Felix Mendelssohn Bartholdy-Preis

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Felix Mendelssohn Bartholdy, * 3.2.1809 in Hamburg, † 4.11.1847 in Leipzig. Mendelssohn war Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn und Bruder der ebenfalls als Komponistin tätigen Fanny Hensel, geborene Mendelssohn (1805−1847), mit der er zeitlebens engstens verbunden blieb. Die Familie war jüdischer Herkunft, Mendelssohn und seine drei Geschwister wurden jedoch 1816 protestantisch getauft, die Eltern konvertierten 1822. 1811 zog die Familie infolge der französischen Besetzung Hamburgs nach Berlin; hier waren dann seine musikalischen Lehrer Ludwig Berger (Klavier), Eduard Rietz (Violine) und Carl Friedrich Zelter (Komposition). 1816-18 besuchte Mendelssohn eine öffentliche Elementarschule; seit 1818 wurde er zuhause von Privatlehrern unterrichtet. Neben seiner musikalischen Tätigkeit verfügte er über eine beachtliche Begabung zum Zeichnen. Als Kind wohnte Mendelssohn in unmittelbarer Nähe des Berliner Schauspielhauses am Gendarmenmarkt, so dass er den Brand des Schauspielhauses am 29.7.1817 möglicherweise aus nächster Nähe beobachtete.

1818 trat er zum ersten Mal in einem öffentlichen Konzert auf, und von 1820 an datiert die regelmäßige Kompositionstätigkeit. 1820 trat Mendelssohn gemeinsam mit seiner Schwester der Berliner Singakademie bei, die unter Zelters Leitung auch Werke Johann Sebastian Bachs studierte. Im Herbst 1821 reiste er gemeinsam mit Zelter nach Weimar, wo Goethe sich von ihm vorspielen ließ. Nach einer gemeinsam mit seinem Vater unternommenen Reise nach Paris schrieb Mendelssohn 1826 die berühmte Ouvertüre einer Schauspielmusik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" op. 21 (die übrigen Nummern der "Sommernachtstraum"-Musik entstanden 1842 als op. 61).

1827 wurde Mendelssohns einzige Oper Die Hochzeit des Camacho op. 10 (nach Cervantes´ Don Quixote, beendet 1825) im Berliner Schauspielhaus aufgeführt. Im gleichen Jahr immatrikulierte sich Mendelssohn an der Berliner Universität, wo er zeitweilig zu den Hörern von Hegels Ästhetik-Vorlesungen gehörte. 1829 leitete er die erste Aufführung der Matthäus-Passion seit Bachs Tod, die am 11. März mit der Singakademie stattfand. Die gegen Widerstände durchgesetzte Aufführung wurde durch eine von Mendelssohns Freunden Adolf Bernhard Marx und Johann Gustav Droysen initiierte publizistische Kampagne begleitet, die zur zeitgenössischen Wahrnehmung der Aufführung als eines musikhistorischen Ereignisses ersten Ranges beitrug. So erhielt die Berliner Aufführung trotz parallellaufender Bestrebungen der Bach-Renaissance auch in anderen Städten eine besondere Bedeutung.

1829 besuchte Mendelssohn erstmals England und Schottland; nach England sollten ihn insgesamt zehn überaus erfolgreiche Reisen führen, die seinen europäischen Ruf als eines der größten Komponisten seiner Zeit festigten. 1830 ging er auf eine erneute, nun dreijährige Reise, die ihn über Weimar, wo er sich nun mehrere Wochen in Goethes Nähe aufhielt, nach Italien, Paris und London führte. 1832 bewarb sich Mendelssohn auf die Nachfolge Zelters als Leiter der Berliner Singakademie, wurde jedoch abgelehnt. 1833 wurde ihm die Leitung des Niederrheinischen Musikfestes in Düsseldorf übertragen, wo er anschließend eine Anstellung als Städtischer Musikdirektor erhielt. 1835 nahm er das Angebot an, als Kapellmeister der prominenten Gewandhauskonzerte nach Leipzig zu wechseln. 1837 heiratete er Cécile Jeanrenaud, die Tochter eines hugenottischen Geistlichen aus Frankfurt am Main.

1841 war Mendelssohn von Friedrich Wilhelm IV. zurück nach Berlin berufen worden, wo der König hochfliegende Pläne zur Reform der Akademie der Künste und des Domchores verfolgte. Im Herbst 1842 wurde Mendelssohn zwar zum Preußischen Generalmusikdirektor ernannt, die ehrgeizigen Pläne wurden jedoch in Berlin nur zögerlich oder gar nicht umgesetzt. So blieb Mendelssohn auch weiterhin Leipzig eng verbunden und gründete 1843 unter dem Protektorat des Königs von Sachsen und mit Moritz Hauptmann, Robert Schumann, Ferdinand David und Christian August Pohlenz als ersten Lehrkräften das Konservatorium der Musik in Leipzig, die erste deutsche Musikhochschule.

Der Tod seiner Schwester am 14. Mai 1847, von dem er nach der Rückkehr von seiner letzten England-Reise erfuhr, traf Mendelssohn schwer. Gesundheitlich angeschlagen unternahm er einen mehrmonatigen Urlaub in der Schweiz und in Süddeutschland, aber seine durch rastlose Tätigkeit seit früher Kindheit aufgezehrte Energie kam nicht zurück. Ende Oktober und Anfang November 1847 erlitt Mendelssohn mehrere Schlaganfälle, in deren Folge er am 4. November starb.



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